Elektromotorrad oder Verbrennungsmotor?

In Deutschland werden Elektromotorräder noch nicht in hoher Anzahl produziert, aber Elektro auf zwei Rädern ist in Kommen. Es gibt Elektrofahrzeuge mit zwei Rädern, aber auch mit drei Rädern. In der Bedienung unterscheiden sich die Elektromotorräder nicht groß von einem Benziner. Der einzig wesentliche Unterschied ist der Antrieb, der voll-elektronisch erfolgt.

Es sind auch Modelle verfügbar, welche als Hybride funktionieren. Bei ihnen funktioniert der Antrieb nicht ausschließlich elektronisch, sondern hat eine zweite Antriebskraft. Dabei handelt es sich in der Regel um einen Verbrennungsmotor.

Vor- und Nachteile von Elektromotorrädern

Es gibt immer mehr Fahrzeuge mit Elektromotoren in Deutschland. Dabei handelt es sich nicht nur um Elektroautos. Auch immer mehr Motorradhersteller produzieren Elektro-Motorräder, da es in der Motorradbranche immer mehr elektroaffine Biker gibt. In einigen Bereichen unterscheiden sich diese komplett von konventionellen Motorrädern. Dies hat Vor- und Nachteile. Letztendlich muss jeder Motorradfahrer für sich entscheiden, ob eine Anschaffung lohnenswert ist.

Nachteile Elektromotorräder

Die meisten Motorradfahrer lehnen das Elektromotorrad ab, weil es nur eine beschränkte Reichweite hat. Die Reichweite hat sich zwar in den vergangenen Jahren vergrößert, aber die Speicherkapazität ist immer noch eine Einschränkung. Mit der Akkuladung kann je nach Hersteller und Modell eine Distanz von etwa 50 bis 200 Kilometern zurückgelegt werden.

Es ist zudem die Ladedauer zu berücksichtigen. Es dauert viel länger, den Akku aufzuladen als an der Tankstelle aufzutanken. Längere Strecken können somit nicht unterbrechungsfrei zurückgelegt werden. Bei langen Fahrten mit dem Elektromotorrad muss der Fahrer längere Stopps einlegen.

Wer den typischen Sound eines konventionellen Motorrads liebt, wird beim Elektromotorrad nicht auf seine Kosten kommen. Das Elektromotorrad verbrennt keinen Kraftstoff und ist damit leiser als Motorräder mit einem Verbrennungsmotor. Das führt auch dazu, dass sie im Straßenverkehr später gehört werden, was ein Nachteil bezüglich der Verkehrssicherheit ist.

Die Elektromotorräder sind in der Anschaffung zudem noch vergleichsweise kostspielig. Motorradfahrer können für den gleichen Preis ein Motorrad mit Verbrennungsmotor mit mehr Leistung bekommen.

Vorteile Elektromobilität

Elektrische Motorräder erhalten trotz der Nachteile immer mehr Zuspruch. Ein guter Grund, ein Elektromotorrad zu kaufen ist, dass die Kombination aus drehmomentstarkem Elektromotor und leichtem Fahrzeug eine beachtliche Beschleunigung ermöglicht. Zudem muss nicht geschaltet werden, sodass durchgehend bis zur maximalen Geschwindigkeit beschleunigt werden kann.

Ein wichtiges Argument ist auch die Nachhaltigkeit, hier kommt es darauf an, wo der Ladestrom herkommt. Einen großen Beitrag, das Klima und die Umwelt zu schützen, können Motorradfahrer leisten, welche das Elektromotorrad mit reinem Ökostrom laden. Das niedrigere Betriebsgeräusch schont außerdem die Umwelt, weil Umwelt und Mensch geringer durch Lärm belästigt werden.

Auch wenn die Motorräder nicht so gut zu hören sind, haben sie einige Pluspunkte bezüglich der Verkehrssicherheit. Die Elektromotorräder mit innovativer Energietechnologie sind besonders für Motorradeinsteiger geeignet, da sie weder kuppeln noch schalten müssen. Dadurch können sie ihre komplette Aufmerksamkeit besser auf das Verkehrsgeschehen richten.

Als letztes spielen die Unterhaltskosten eine Rolle. Die Elektromotorräder sind zwar in der Anschaffung relativ kostspielig, aber günstiger bei den Betriebskosten. Die Akkuladungen sind erheblich günstiger als der Erwerb von Kraftstoff. Der Verschleiß ist auch um einiges geringer. Zudem sind die Beiträge in der Motorradversicherung geringer und Fahrer von Elektromotorrädern sind zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

Welche Elektromotorräder gibt es?

Das Angebot an Elektromotorrädern ist noch nicht so umfangreich, aber wächst kontinuierlich. Die größte Modellvielfalt hat der US-Hersteller Zero. Bei vielen Modellen ist die Reichweite noch begrenzt.

Vor allem viele kleine Hersteller vertrauen darauf, dass die Akku-Kapazitäten weiterentwickelt werden und setzen auf elektrische Modelle.

Von den großen Herstellern haben nur KTM und Harley Davidson Elektromotorräder im Angebot, BMW und andere Hersteller beschränken sich bei Elektromotoren auf Elektroroller.

Harley Davidson Livewire

Die Harley Davidson Livewire kostet in der Anschaffung knapp 33.000 Euro, aber dafür können sieben verschiedene Fahrmodi ausgewählt werden, die Harley erreicht in drei Sekunden 100 km/h und hat ABS sowie ein voll einstellbares Fahrwerk. Die maximale Reichweite beträgt 158 Kilometer, die Batterie kann im Schnellladeverfahren in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Alrendo Bravo TS

Der chinesische Hersteller bietet die Bravo TS seit Mai 2021 für 9.995 Euro in Europa an. Die Bravo TS kombiniert eine flüssiggekühlte 16,6-kWh-Batteie mit einem 58-kW-/75-PS Elektromotor. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h, die Reichweiten liegen zwischen 150 und 420 Kilometer. Die Maximalreichweite wird nur bei einem konstanten Tempo von 50 km/h erreicht. Das Elektromotorrad kann an der Haushaltssteckdose geladen werden, die Ladezeit beträgt unter vier Stunden.

Verge TS

Die Verge TS hat 80 kW/107 PS Leistung und beschleunigt in vier Sekunden auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h. Im Stadtverkehr sollen mit einer Ladung 300 Kilometer möglich sein, bei Überlandfahrten knapp 200 Kilometer. Die Ladezeit beträgt an einem normalen Ladegerät ca. vier Stunden, beim Schnelllader nur 45 Minuten. Die Kosten für die Verge TS betragen 25.000 Euro.

KTM Freeride E-XC

Der Elektromotor verfügt über 18 kW/24,5 PS und es gibt drei unterschiedliche Fahrmodi: Cross, Economy und Enduro. Mit einer Akkuladung kann etwa 90 Minuten gefahren werden, auch im harten Gelände. Der Preis beträgt knapp unter 8.000 Euro.

Regent No. 1

Das Elektromotorrad ist seit Februar 2021 in Deutschland bestellbar. Der Akku mit 80 Ah hat eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern. Der Antrieb hat 20 PS und sitzt im Hinterrad als Radnabenmotor. Die Kosten des Elektromotorrads betragen knapp 10.500 Euro.

Energica Eva und Ego

Die Energica Eva hat 145 PS und ist 200 km/h schnell. Das Elektromotorrad ist das durchschnittlich reichweitenstärkste auf dem Markt. Die 21,5-k-Wh-Batterien sind in Nakes Bikes verpackt.

Die Ava Ribelle, die Ego und die Eva Esse9 sollen eine Reichweite bis zu 400 Kilometer zurücklegen können. Bei Autobahntempo beträgt die maximale Reichweite allerdings nur 180 Kilometer. Die Preise beginnen bei etwa 21.000 Euro.

Zero mit größter Modellvielfalt

Der amerikanische Hersteller Zero bietet bereits seit 2006 Elektromotorräder an und hat die größte Auswahl. Der Sport-Tourer SR/S kostet ab 21.540 Euro. Das Elektromotorrad hat einen 82-6W-110-PS Motor und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp unter 200 km/h. Die Premiumvariante, die ab 23.740 Euro kostet und mit einer Schnellladeoption, welche etwa 3.000 Euro extra kostet ausgestattet werden kann, bietet einen 14,4-kWh-Akku, welcher das Motorrad mit 12 kW laden kann. Bestenfalls ist die Batterie in eineinhalb Stunden voll geladen. Bereits nach einer Stunde ist der Akku bis zu 95% gefüllt. Die Gesamtreichweite beträgt 180 Kilometer.

Die SR/F ist ein weiteres Elektromotorrad von Zero. Sie hat einen Kaufpreis ab 20.490 Euro. Das Elektromotorrad hat 110 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Das Rapid Charge System kann auf drei kW, sechs kW, neun kW oder zwölf kW eingestellt werden. Das Motorrad kann an jeder Typ-2-Ladestation geladen werden. Der Akku ist bestenfalls innerhalb von 60 Minuten zu 95 Prozent geladen.

Wird in Deutschland der Kauf von Elektromotorrädern gefördert?

Die Förderung der Elektromobilität steht in Deutschland zum Erreichen der Klimaziele im Fokus. Hierfür gibt es verschiedene finanzielle Anreize für den Kauf eines Elektroautos. Für die Anschaffung eines Elektromotorrads gibt es allerdings keine Umweltprämie.

Rechtliche Voraussetzungen zum Führen eines Elektromotorrads

Juristisch gesehen gibt es kaum Unterschiede zu den Motorrädern mit Verbrennungsmotor. Wer ein Elektromotorrad fahren möchte, braucht eine Fahrerlaubnis. Die benötigte Führerscheinklasse hängt von der Motorleistung des Motorrads ab:

·        Klasse A1: Die Nennleistung liegt bei höchstens 11 Kilowatt und der Hubraum bei maximal 125 Kubikzentimetern.

·        Klasse A2: Die Nennleistung liegt bei höchstens 35 Kilowatt und der Hubraum übersteigt 125 Kubikzentimeter.

·        Klasse A: Hier gibt es keinerlei Beschränkungen bei dem Hubraum und der Leistung.

Bei der Helmpflicht ist es unerheblich, ob es sich um ein E-Motorrad handelt oder um ein Motorrad mit Verbrennungsmotor. Der Paragraf 21a, Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung legt lediglich die Höchstgeschwindigkeit fest, ab der ein Schutzhelm getragen werden muss. Für alle Krafträder, die ein maximales Tempo über 20 Kilometer pro Stunde haben, gilt eine Helmpflicht.

Fazit Ist das Elektromotorrad eine echte Alternative?

E-Motorräder fahren sich anders als Motorräder mit Verbrennungsmotor. Sie lassen sich schneller beschleunigen, was zu jeder Menge Fahrspaß führen kann. Allerdings sind Motorräder mit Elektromotoren in der Anschaffung im Vergleich noch ziemlich kostspielig. Zudem ist die Reichweite stark limitiert.

Der Einsatzzweck ist letztendlich dafür entscheidend, ob die Anschaffung lohnenswert ist. Für weite Touren ist ein Motorrad mit Verbrennungsmotor besser geeignet. Wer dagegen regelmäßig kurze Strecken fährt, kann von der Elektrovariante profitieren, weil die Unterhaltungskosten geringer als bei einem konventionellen Motorrad sind.

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