Ist eine KFZ Wallbox zu Hause notwendig?

Viele neue Elektroauto-Besitzer finden es verlockend, ihr Elektrofahrzeug einfach an die heimische Steckdose anzuschließen und aufzuladen. Bei vielen Modellen liefern die Hersteller sogar das notwendige Ladekabel mit. Allerdings ist dieses Kabel in den Preislisten oft als „Notladekabel“ aufgeführt. Und mehr sollte es aus den folgenden Gründen auch nicht sein.

Warum braucht man eine Wallbox?

Beim Laden eines Elektroautos lassen sich Energieverluste nicht ganz vermeiden. Während des Ladevorgangs geht immer ein Teil der Energie in Form von Wärme durch den elektrischen Widerstand der Kabel und Wandler verloren. Wichtige Faktoren, die diesen geringen Energieverlust beeinflussen, sind der Durchmesser und die Länge des Kabels sowie die Ladeleistung und die Ladedauer. Wer ein Elektroauto über ein Haushaltskabel auflädt, muss allerdings deutlich höhere Energieverluste in Kauf nehmen, da das bordeigene Ladegerät nur bei hohen Ladeleistungen einen optimalen Wirkungsgrad erreicht.

Im Fall des Smart gibt der Hersteller Daimler für verschiedene Ladeszenarien unterschiedliche Energieverbrauchswerte an. Mit dem 22-kW-Bordlader an einer Wallbox benötigt der Elektro-Smart unter idealen Bedingungen nur 12,9 kWh für 100 Kilometer Fahrstrecke. Bei Anschluss an eine Haushaltssteckdose benötigt das gleiche Fahrzeug aufgrund der geringeren Effizienz des Onboard-Ladegeräts 18 kWh Ladeleistung für 100 km. Die Kosten für diese Differenz von 5 kWh summieren sich im Laufe der Zeit. Bei normalen Strompreisen kostet das Laden an der heimischen Steckdose gut 1,50 € mehr pro 100 Kilometer. Wer also 10.000 Kilometer im Jahr mit seinem Smart fährt, hat rund 150 Euro mehr auf der Stromrechnung als jemand, der eine Wallbox in der Garage installiert hat. Daher ist eine Wallbox die deutlich bessere und letztendlich auch ökonomischere Lösung.

Eine Wallbox bringt mehr Sicherheit beim Laden!

Experten raten ausdrücklich dazu, herkömmliche Steckdosen von einem Elektriker überprüfen zu lassen, wenn das Elektroauto mit dem Notladekabel aufgeladen werden soll. Autohersteller und Elektrikerverbände weisen zudem darauf hin, dass Haushaltssteckdosen, die für Elektroautos verwendet werden, den aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen müssen. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, ist eine Wallbox die beste Wahl.

Wie schnell geht das Laden mit einer Wallbox?

Selbst bei einer moderaten Ladeleistung von 11 kW kann die Wallbox eine 60-kWh-Batterie in weniger als sechs Stunden voll aufladen, also über Nacht oder während eines normalen Arbeitstages. Bei den Spitzenmodellen mit 22 kW dauert das Aufladen der gleichen Batterie weniger als drei Stunden.

Aktuelle Elektroauto-Modelle erreichen problemlos Reichweiten von mehr als 400 Kilometern. Dafür haben sie aber auch entsprechend große Batterien an Bord; 60 kWh oder mehr sind keine Seltenheit. Da aus Sicherheitsgründen an Haushaltssteckdosen nur mit maximal 2,3 kW geladen werden darf, dauert das Aufladen an einer Haushaltssteckdose sehr lange. Wenn Sie eine leere 60-kWh-Batterie an eine Haushaltssteckdose anschließen, müssen Sie mehr als 26 Stunden warten, bis sie wieder vollständig aufgeladen ist.

Wallboxen können zusätzliche Funktionen bieten

An einer Wallbox führt kein Weg vorbei, wenn Sie eine der vielen Zusatzfunktionen nutzen wollen. Eine clevere Ladestation bietet umfangreiche Steuerungs- und Statistikfunktionen, ermöglicht die bequeme Nutzung günstigerer Stromtarife in der Nacht und die effiziente Einbindung einer Solaranlage oder eines stationären Speichersystems. Einige Funktionen machen auch den Ladevorgang komfortabler, wie z. B. die Benutzerregistrierung über RFID oder integrierte Kabel. Darüber hinaus verfügen viele Wallboxen über wichtige Sicherheitsfunktionen wie Sicherungen und Fehlerstromsensoren.

Was kostet eine Wallbox?

Inzwischen bietet der Markt eine große Auswahl an sicheren, schnellen und effizienten Wallboxen vieler namhafter Hersteller. Einsteigermodelle gibt es bereits ab 600 Euro, nach oben sind die Preise freilich fast komplett offen.

Neben der Ladestation selbst müssen Sie auch die Montage und die Elektroinstallation berücksichtigen. Hier spielen die Gegebenheiten vor Ort eine wichtige Rolle. Wie weit ist Ihr Stellplatz vom Sicherungskasten entfernt, sind Wanddurchbrüche oder Grabungsarbeiten erforderlich, kann die Elektroladestation an der Wand montiert werden oder benötigen Sie einen zusätzlichen Sockel? Gibt es bereits eine Leitung, die verwendet werden kann, oder müssen Sie neue Kabel verlegen?

Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Installation zukunftssicher zu gestalten. Vorausgesetzt, es wird ein neues Kabel mit einem für 22 kW geeigneten Querschnitt verlegt. So entstehen keine neuen Kosten, wenn einige Jahre später ein neues Elektroauto mit einer schnelleren Ladevorrichtung angeschafft wird - auch wenn die Installationskosten ein paar hundert Euro höher. Entscheidend sind auch die elektrischen Sicherheitselemente. Jede Ladestation für Elektroautos muss einen eigenen Stromkreis haben, der mit einem Schutzschalter und einem Fehlerstromschutzschalter abgesichert ist.

Für die Installation müssen Sie insgesamt zwischen 500 und 2.000 Euro bezahlen, je nach Ladeleistung und den individuellen Gegebenheiten vor Ort.

Mit einer Wallbox komfortabel und intelligent laden

Neben dem sicheren und schnellen Laden bringt eine Wallbox auch ein Mehr an Komfort. Wer sein Elektroauto regelmäßig nutzt, muss es täglich aufladen und möchte wahrscheinlich nicht ständig das Mode-2-Ladekabel (das für die „Notladung“ immer zur Hand sein sollte) aus dem Kofferraum holen. Mit einer Ladestation kann der Stecker einfach aus der Wandhalterung genommen und in das Elektroauto gesteckt werden. Die Ladestation kann auch intelligent genutzt werden, indem sie mit der hauseigenen Photovoltaikanlage verbunden wird. So kann überschüssige Sonnenenergie zum Laden des Elektroautos genutzt werden.

Kann ich eine Wallbox selbst installieren?

Die Installation einer Ladestation für Elektroautos sollte nur von einer qualifizierten Elektrofachkraft durchgeführt werden. Bevor Sie eine vorhandene Haushaltssteckdose zum Aufladen Ihres Elektroautos verwenden, sollten Sie insbesondere in älteren Gebäuden die Steckdosen und Kabel überprüfen, um sicherzustellen, dass das Aufladen auch mit voller Leistung über mehrere Stunden möglich ist.

Achtung! Nicht alle Elektriker kennen die Anforderungen und Normen, die beim Anschluss einer Ladestation für Elektroautos beachtet werden müssen.

Elektroauto-Ladestation: Worauf sollte bei der Anschaffung einer Wallbox geachtet werden?

Bei der Anschaffung einer Wallbox sollte darauf geachtet werden, dass die Ladestation auf die Ladeleistung der Elektroinstallation abgestimmt ist. Sie kommuniziert mit dem daran angeschlossenen Elektroauto über die Stromstärke(z. B. 16 A pro Phase), mit der es maximal geladen werden kann. Die Ladestation wird von einem Elektriker auf die Ladeleistung der Hausinstallation abgestimmt, bzw. der Elektriker kann die Elektroinstallation so anpassen, dass die gewünschte Ladeleistung für das vorhandene Elektroauto erreicht wird.

Abrechnung: Wenn Sie Ihre Elektroladestation auch Dritten zugänglich machen wollen, ohne Strom zu verschenken, oder wenn Sie ein Elektroauto als Firmenwagen nutzen, ist eine Abrechnungsfunktion für den geladenen Strom ratsam. Je nach Anwendungsfall gibt es verschiedene Möglichkeiten - von einem Unterzähler in der Ladestation, der regelmäßig abgelesen werden kann, bis hin zu intelligenten Lösungen mit automatischer Abrechnung über einen Dienstleister.

Integration von Photovoltaikanlagen: Besitzen Sie eine Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung? Dann haben Sie die Möglichkeit, selbst erzeugten Strom für Ihr Elektroauto zu nutzen. Besonders lukrativ ist der Anstieg des Eigenverbrauchs durch neuere Vertriebsverträge.

Kabelaufhängungen: Für jede Ladestation sind Kabelaufhängungen sehr zu empfehlen. Diese werden teilweise standardmäßig mit der Ladestation ausgeliefert, können aber auch als Zubehör erworben werden. An den Kabelaufhängern kann das Ladekabel bei Nichtgebrauch ordentlich aufgehängt werden und verhindert, dass man z. B. versehentlich über das Kabel fährt, während es auf dem Boden liegt.

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